Warum die Resilienz kritischer Infrastruktur neu bewertet werden muss
Als mehrere Berliner Stadteile nach einem gezielten Angriff auf die Stromversorgung plötzlich ohne Energie waren, standen zentrale Funktionen still. Kommunikation brach zusammen, Versorgungssysteme gerieten unter Druck, wirtschaftliche Abläufe wurden unterbrochen. Solche Ereignisse zeigen, wie verwundbar kritische Infrastruktur tatsächlich ist.
Für Unternehmen und öffentliche Einrichtungen bedeutet das ein erhebliches Risiko. Produktionsausfälle, Lieferkettenunterbrechungen und finanzielle Schäden können innerhalb weniger Stunden entstehen. Gleichzeitig wächst der regulatorische Druck zur Umsetzung von Vorsorgemaßnahmen nachweislich an.
Resilienz ist daher kein abstraktes Konzept mehr, sondern eine strategische Voraussetzung für Stabilität und Wettbewerbsfähigkeit.
Personelle Integrität: Ein Schlüssel zur Resilienz kritischer Infrastruktur
Nicht nur Anlagen, auch Menschen bestimmen die Resilienz kritischer Infrastrukturen und die Risiken durch Insider wie Mitarbeiter oder Kontraktoren. Employment Screening bietet eine effiziente und transparente Möglichkeit, potenzielle Risikofaktoren frühzeitig auszuschließen. Sicherheitsabteilungen können so den Schutz von Unternehmenswerten sicherstellen, Compliance gewährleisten und die Handlungsfähigkeit in Krisensituationen erhöhen.
Dies ist besonders relevant für HR-Manager, die schnell und rechtskonform neue Mitarbeitende oder Auftragnehmer einbinden müssen, ohne operative Abläufe zu verlangsamen.
Pre-Employment-Screening als interne Schutzmaßnahme
Risikominimierung beginnt bereits vor der Einstellung. Mit Pre-Employment-Screening können Unternehmen von Anfang an die richtigen Bewerbenden auswählen. Die Prüfung ist effizient, transparent und sicher – sie dient nicht dem Misstrauen, sondern der gezielten Reduzierung potenzieller Risiken für Organisationen der kritischen Infrastruktur.
In-Employment-Screening gegen Insider-Risiken
Auch während der Beschäftigung können sich Risiken verändern. In-Employment-Screening ermöglicht es, potenzielle Gefahren frühzeitig zu erkennen und Vertrauen innerhalb des Teams zu stärken. Positionswechsel oder neue Aufgaben erfordern eine erneute Verifizierung, um Insider-Risiken zu minimieren.
Das KRITIS-Dachgesetz als Reaktion auf steigende Bedrohungslagen
Das neue KRITIS-Dachgesetz wurde verabschiedet, um Unternehmen dabei zu unterstützen, ihre kritische Infrastruktur besser zu schützen. Es legt klare Verpflichtungen fest und schafft einen Rahmen, der die langfristige Resilienz der Wirtschaft stärken soll. Damit wird sichergestellt, dass Unternehmen vorbereitet sind und in Krisensituationen handlungsfähig bleiben.
Zusätzlich zeigt sich, dass neben technischen Maßnahmen auch organisatorische Maßnahmen und die personelle Integrität zunehmend entscheidend für die Resilienz sind, insbesondere in den Bereichen Sicherheit, Compliance und Personalwesen.
Das neue KRITIS-Dachgesetz im Überblick
Das KRITIS-Dachgesetz soll Betreiber von Netzen, Kraftwerken und Wasserversorgungsanlagen stärken, um die Versorgungssicherheit der Bevölkerung zu erhöhen. Betreiber müssen sich registrieren, damit Risikoanalysen erstellt und Resilienzpläne umgesetzt werden können.
Das Gesetz setzt erstmals einen klaren Rahmen für den Schutz physischer Infrastruktur und ergänzt die bestehenden Regeln zur Cybersicherheit. Es schützt vor Gefahren wie Naturkatastrophen, Sabotage und Terror und beinhaltet Maßnahmen wie technische Sicherungen, Notstromversorgung, Absicherung von Lieferketten und den kontrollierten Umgang mit sensiblen Informationen.
Resilienz als wichtiger Wirtschaftsfaktor
Unternehmen, die ihre kritische Infrastruktur widerstandsfähig gestalten, sichern ihre Handlungsfähigkeit selbst in Krisensituationen. Produktionsausfälle, Lieferkettenunterbrechungen oder Versorgungsengpässe können so deutlich reduziert werden. Gleichzeitig stärkt Resilienz die Wettbewerbsfähigkeit und schützt Umsatz, Arbeitsplätze und Marktanteile. Die BSI-Kritisverordnung bildet den rechtlichen Rahmen dafür und zeigt auf, welche Maßnahmen besonders relevant sind.
Es wird auch deutlich, dass organisatorische Maßnahmen, wie ein strukturiertes Bewerber- und Mitarbeiter-Screening, die Resilienz weiter stärken können: ein Aspekt, der insbesondere für Compliance- und Sicherheitsverantwortliche von Bedeutung ist.
Ganzheitlicher Schutz kritischer Infrastruktur
Kritische Infrastruktur erfordert heute einen integrierten Schutz aus Technik, Organisation und Personal. Nur wenn physische Sicherheitsmaßnahmen, gesetzliche Rahmenbedingungen und qualifizierte Mitarbeitende zusammenwirken, kann Versorgungssicherheit zuverlässig gewährleistet werden.
Betreiber sollten daher nicht ausschließlich auf technische Schutzmaßnahmen verlassen, sondern auch interne Prozesse, Risikoanalysen, präventives Pre- und In-Employment-Screening und den Zugang Dritter kombinieren. So entsteht ein umfassender Schutz, der sowohl Krisensituationen abfedert als auch die Handlungsfähigkeit und Wettbewerbsstärke langfristig sichert.
Ausblick: Insider-Risiken und präventive Maßnahmen
In den kommenden Beiträgen beleuchten wir Insider-Risiken und geben praxisnahe Tipps, wie Unternehmen den Zugang zu kritischer Infrastruktur gezielt kontrollieren können.